Kommunalkredit

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Österreichs Bank für Infrastruktur

Komm. Dialog 09.10.2014

REGIONALBAHNEN – Belastung für die Steuerzahler oder Lösung für Infrastrukturprobleme?

Unbestritten ist, Regionalbahnen sind für die Entwicklung im ländlichen Raum ein wichtiger Faktor für die Daseinsvorsorge. Aber, was braucht es, um Regionalbahnen mit Reisenden zu füllen und welche Aspekte führen eher zu Stilllegungen?

Darüber diskutierte eine hochkarätige Runde auf Einladung der Kommunalkredit und GSV – die Plattform für Mobilität zum Kommunalen Dialog am 9. Oktober in Wien: Harald Frey von der TU Wien, Franz Weintögl, Geschäftsführer der Graz-Köflacher Bahn und Busbetrieb, Günter Neumann, Geschäftsführer der Stern & Hafferl Verkehrsgesellschaft, sowie der NÖ Verkehrslandesrat Karl Wilfing.

Faktoren für Erfolg oder Misserfolg im Regionalbahnverkehr
Zu Beginn skizzierte Harald Frey vom Institut für Verkehrswissenschaften an der TU Wien, welche vielfältigen Faktoren es benötigt, damit regionale Bahnangebote für den ländlichen Raum als bedeutsamer wirtschaftlicher Impulsgeber wirken können. Regionalbahnen sind dann sinnvoll und erfolgreich, wenn sie mehrere Fahrzwecke erfüllen, also nicht ausschließlich Pendler oder Touristen transportiert, sondern auch Güterverkehr.

Daneben sind natürlich auch die Gestaltung des Bahnhofes, ein gutes Informationssystem, Pünktlichkeit, Sauberkeit der Waggons wichtige Kriterien. Künftig könnten zusätzlich alternative Arbeitszeitmodelle, in denen Arbeitnehmer ihre Reisezeit als Arbeitszeit rechnen können, mehr Menschen von der Straße weg zur Schiene lenken.


Wichtige Aspekte für Gemeinden
Durch die rasche Anbindung an regionale Zentren und somit Unabhängigkeit von PKW und Straße, ist der Immobilienwert in Gemeinden mit Bahnanschluss um 20 % bis 100 % höher als in Gemeinden ohne Bahnanschluss. Außerdem stärken attraktive Bahnangebote die Identifizierung der Bürgerinnen und Bürger mit ihrer Heimatregion und sind daher ein wichtiger Faktor zur Reduktion von Abwanderungstendenzen. Damit der Schienenbonus, also die Verlässlichkeit sowie der Komfort der Bahn, zum Tragen kommen kann, müssen jedoch auch andere Aspekte – die sogenannten subjektiven Bewertungskriterien –  beachtet werden. Denn letztendlich entscheidend für die Wahl des Verkehrsmittels sind die Erreichbarkeit und das Angebot beim Umsteigen.

Und genau hier können Gemeinden Einfluss nehmen: Durch die Gestaltung des Haltestellenumfeldes, also eine günstige Lage der Haltestellen, einfache Zufahrtswege, ausreichend Parkmöglichkeiten, multimodale Wegeketten (z. B. Busanbindungen) etc. Allein der Aspekt einer freundlichen Gestaltung des Weges zum Bahnhof  bringt schon eine bis zu 70 % höhere Akzeptanz bei potenziellen Fahrgästen auf Bahnangebote umzusteigen. Erfahrungen, welche private Verkehrsgesellschaften unterstreichen. Perfekte Anschlüsse bringen reale Zuwächse von bis zu 15 %.


Resümee

Es gibt kein Patentrezept für den Erfolg von Regionalbahnen. Einerseits sind die Anforderungen an die Regionalbahnen so unterschiedlich, wie die regionalwirtschaftlichen Situationen wie Topografie und Bevölkerungsdichte. Anderseits mangelt es an der Finanzierung und der Bereitschaft, nachhaltige Investitionen zu tätigen, wenn Einsparungen rascher Effekte erzielen. Um die Zukunftsvision von umweltfreundlichen Verkehrssystemen zu verwirklichen, benötigt es das Zusammenspiel von Raumplanung und Verkehrsangeboten sowie die Unterstützung durch die Politik.

 

 


Der Kommunale Dialog ist eine Veranstaltungsreihe der Kommunalkredit Austria. Dabei setzten sich internationale und österreichische Vertreter aus Wirtschaft und Wissenschaft mit zukunftsorientierten kommunalen Anliegen, insbesondere im Infrastrukturbereich, auseinander. Kooperationspartner dieser Veranstaltung war der GSV – Plattform für Mobilität.

www.kommunalkredit.at

Präsentation

Kommunaler Dialog 09.10.2014

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